6 Mythen über Hörbücher

Es ist schon so lange her, als ich zum ersten Mal mit Hörbüchern in Kontakt kam. Anfangs war ich nur ein Fan und ein leidenschaftlicher Zuhörer. Später wurden sie zu meinem professionellen Hobby und ich habe begonnen die Welt um sie herum aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen.

Ich wusste damals nicht, wie die Welt der Hörbücher den meisten Menschen unbekannt ist.

Erst, als wir beschlossen mit unseren Freunden daraus ein Business zu machen, begannen wir zu erfahren, wie Hörbücher total unentdeckt sind und welche Mythen über sie existieren.

Alle diese Mythen beginnen eigentlich damit, dass Hörbücher nur für Blinde da sind. Was soll ich sagen? Tja, es stimmt wohl wirklich nicht. Ich würde es mit Gemüse vergleichen. Diese sind auch nicht nur für Vegetarier, oder?

Es gibt jedoch viele andere Mythen, die aus irgendeinem Grund entstanden sind und in Menschen andauernd schwelen. Lassen Sie uns zusammen die Hörbuch – “Mythbuster” ansehen!

1) Hören von Hörbüchern ist nicht das Lesen selbst

Die Definition dieser beiden Wörter schließt es natürlich aus. Wenn wir etwas hören, lesen wir es nicht. Aber ist es wirklich kein Lesen?

Als Kinder sind wir mit der Tatsache aufgewachsen, dass die Bücher von unseren Eltern gelesen wurden. Und die meisten von uns waren begeistert. Wir setzten uns, legten uns hin und hingen an jedem Wort. Es war eine Einführung in das Lesen für uns.

Stellen Sie sich vor, dass jemand dasselbe im Erwachsenenalter für Sie tut. Nicht mehr Eltern, sondern ein professioneller Schauspieler oder Moderator.

Sie sitzen, liegen oder machen andere Aktivitäten, und ein solcher Schauspieler mit exzellenter Leistung liest Ihnen vor, was Sie selbst lesen wollten. Wenn Sie nur ein bisschen mehr Freizeit hätten. Oder Energie.

Sie können sich auf jedes Wort konzentrieren, Ihre Phantasie einsetzen als ob Sie selbst lesen würden und alles was sie hören detailliert verarbeiten. So wie wir es viele Jahre in der Schule gemacht haben. Na ja, diese Parallele kann auch ziemlich abschreckend klingen.

Das Hören von Hörbüchern ist also Lesen. Dass wir es nicht selbst tun, kann diesen Fakt nicht beeinflussen. Der Unterschied ist, dass wir statt Augen die Ohren benutzen. An dem Text, am Inhalt und der notwendigen Menge unserer Phantasie ändert sich nichts.

2) Die Hörbücher sind nur für Faulenzer

Mit dieser Behauptung treffe ich oft an. Wer mehr zuhört als er selbst liest, ist faul. Und das ist genau das Gegenteil.

Die faulen Menschen machen nichts extra. Sie bleiben zufrieden mit dem, was sie halt tun müssen und den Rest ignorieren. Meistens suchen Sie auch den Weg, wie Sie es mit wenig Aufwand machen könnten.

Wie in der Schule.

Ich musste Den Glöckner von Notre Dame lesen und ins Leserprotokoll eine Zusammenfassung der Geschichte schreiben. Es war damals einfacher für mich, den mehrseitigen Comic dazu durchstöbern und so zu tun, dass ich das Buch gelesen habe oder den Film Anna Karenina anzusehen und zu behaupten, dass ich das Buch ganz gelesen hätte.

Hörbücher werden von aktiven Menschen gelesen. Menschen, die sich nicht mit Abkürzungen zufrieden geben wollen, die aber aus verschiedenen Gründen selbst nicht so viel lesen, wie Sie sich eigentlich wünschten.

Im Vergleich zu Comics und Fernsehen sind Hörbücher nicht nur eine leidenschaftliche Unterhaltung.

3) Hörbücher anhören ist gegen das Lesen zu langsam

Für die meisten aktiven Leser ist das die Wahrheit. Mit Jahren lernen wir viel schneller zu lesen als die Geschwindigkeit des gesprochenen Wortes. Die Hörbücher überwachen eine gute Aussprache und Geläufigkeit. Sprache ist daher etwas langsamer als unsere innerliche selbst.

Die Bedeutung der Hörbücher ist jedoch unterschiedlich. Sie erlauben uns, in Situationen zu lesen, in denen wir es nicht selbst tun können. Und so ist Geschwindigkeit oder Langsamkeit plötzlich irrelevant.

Wenn wir wegen Arbeit oder Familie nicht zur Büchern kommen können, entweder reisen oder fahren wir andauernd, sogar langsamere Hörbücher sind dann unvergleichlich schneller als eine vollständige Abwesenheit des Lesens.

Vielleicht ein wenig alberner Vergleich, aber es ist immer besser, regelmäßig unsere 5 km in 40 Minuten zu laufen, als gar nicht laufen gehen und sich einbilden lassen, dass wir diese Strecke auch in 20 Minuten schaffen würden. Wenn wir nur könnten.

4) Bei den Hörbüchern kann man sich nicht konzentrieren

Viele Menschen sind überzeugt, dass sie beim Anhören von Hörbüchern die Aufmerksamkeit verlieren. Es hängt davon ab, was wir beim Zuhören tun.

Wenn wir versuchen, beim Hören eine andere geistige Aktivität zu machen, wird unsere Aufmerksamkeit zersplittert und wir verlieren sie vollständig. Es ist vergleichbar mit dem Versuch, beim Lesen an etwas anderes zu denken. Das menschliche Gehirn baut nicht auf mentalem Multitasking auf.

Wenn wir uns aber Hörbücher mit automatisierten Aktivitäten wie Joggen, Fahren, Kochen, Putzen, Gehen usw. anhören, ist es jedoch nur eine Frage der Gewohnheit. Wie beim Lesen. Wenn wir aufhören, uns in der Umwelt herumzutreiben, ist es ebenso wichtig, sich auf das gesprochenes Wort zu konzentrieren, als sich auf den gelesenen Text zu konzentrieren.

Um Missverständnisse gleich am Anfang zu vermeiden, empfehle ich nicht, Hörbücher während der Fahrt in einer neuen oder komplizierten Umgebung zu hören. Nicht einmal beim Joggen auf der Straße oder in der Stadt. Die Zersplitterung der Aufmerksamkeit müsste sich nicht unbedingt auszahlen. Wenn wir jedoch auf bekannten Straßen fahren oder im Wald spazieren gehen, unterscheidet sich das Hören von Hörbüchern nicht von dem Radio. Im Gegensatz zum Radio bringen unsere Hörbücher immer noch etwas Neues und Interessantes dazu.

5) Unter Hörbüchern ist keine große Auswahl

Zum Teil stimmt es auch. Englische Verlage produzieren wesentlich mehr Hörbücher, aber die Situation ändert sich vom Tag zu Tag.

Neue Verlage werden gegründet und produzieren zusammen mit den etablierten Verlagen jedes Jahr mehr und mehr Titel. Die Zahl von Hörbüchern steigt viel schneller als noch vor ein paar Jahren. Es ist durchaus üblich, dass am gleichen Tag ein Hörbuch mit einem Buch herauskommt.

Gleiches gilt aber auch für Bücher, Musik oder Filme. Auf diese Weise versuchen wir immer unvergleichlich zu vergleichen. Und das führt definitiv nirgendwo hin.

6) Hörbücher sind teuer

Ob die Hörbücher wirklich teuer sind, habe ich vor einiger Zeit geschrieben. Es ist wirklich eine Ansichtssache. Manchmal ist es wirklich so, aber in den meisten Fällen ist es nicht.

Nun, wenn die Hörbücher durchschnittlich immer um 20% teurer wären, aber sie erlauben uns trotz Zeitmangels zu lesen, wäre es uns nicht Wert? Für mich persönlich, bestimmt.

P.S. Wenn Sie zu einer Gruppe von Menschen gehören, die noch nie Hörbücher wegen einen der oben genannten Mythen ausprobiert haben, ist Ihre Zeit gekommen.

Wenn Sie gerne lesen und eine begrenzte Zeit haben, diese Grenzen werden dank Hörbüchern jetzt endlich ganz bestimmt abgeschafft.
Fahren Sie Auto? Reisen Sie oft? Joggen Sie? Oder brauchen Sie regelmäßig zu bügeln? Aufzuräumen? Haben Sie keine Lust nach einem langen Tag hinter dem Computer wieder etwas zu lesen?

Probieren Sie Hörbücher aus.

Vielleicht fangen Sie nach Jahren wieder zu lesen, wie es mir damals passierte.